Gleich mal vorweg: Ich habe das gute Ende nicht erreicht … dumm gelaufen. Dabei habe ich mich wirklich bemüht, mich “moralisch” zu verhalten. Das ist mir aber offensichtlich nicht besonders gut gelungen. Hilflos habe ich dann zusehen müssen, wie sich Artjom opfert und sich mit seinen Feinden in die Luft sprengt. Puh, da bleibt einem ja die Luft weg. Da leidet man mit ihm durch das gesamte Spiel, denn er musste ja einiges einstecken, und dann sowas …

Story

Jetzt aber erst mal zur Story, wenn nicht sowieso schon allgemein bekannt: Die Erde wurde von einem gewaltigen Atomkrieg heimgesucht und die letzten Überlebenden haben sich in den Untergrund der Moskauer Metro zurückgezogen.  Die Oberfläche der Erde ist für Menschen unbewohnbar geworden und nur noch mit Gasmaske zu betreten. Dafür haben sich hier allerlei mutierte und gefährliche Kreaturen entwickelt, darunter auch die “Schwarzen” eine intelligente, telepathisch veranlagte Lebensform, quasi als Weiterentwicklung des Menschen. Zu diesen hat Artjom, unser Protagonist, in seiner Kindheit Kontakt aufgenommen. Später wurden die “Schwarzen” von den Menschen komplett ausgerottet.
Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass noch ein Überlebender gesichtet wurde. Artjom wird losgeschickt, um ihn zu sichen. Man hat wohl die Hoffnung, dass der “Schwarze” der Schlüssel zum Frieden zwischen noch immer verfeindeten Gruppierungen der überlebenden Menschen ist, denn in den Metro-Schächten tobt immer noch ein erbitterter Krieg.
Auf der Suche nach dem “Schwarzen” findet Artjom dann aber heraus, dassVerschwörungen gegen seine eigene Gruppe am Laufen sind und setzt nun alles daran, ins Hauptquartier zurückzukommen um sie zu warnen.

Die Story ist etwas konfus und wenn man, so wie ich, Metro 2033 nicht gespielt hat, am Anfang nicht ganz verständlich, aber durch aufmerksames Zuhören kommt man dann doch dahinter, um was es ungefähr geht. So ganz habe ich die Einzelheiten der Story allerdings bis zum Ende nicht durchblickt. Hier hätte ich mir einen klareren Aufbau gewünscht oder eine kurze Zusammenfassung der Vorgeschichte.

Die gefühlt unendlichen Dialoge waren mir allerdings dann etwas zu viel des Guten. Vor allem weil Artjom bei allem immer nur stumm zuhören durfte und besonders zum Schluss hin wurde fast nur noch geredet, so als müsste man jetzt in die letzten 20 Minuten alles hineinstopfen, was man im Laufe des Spiels an Informationen nicht mehr untergebracht hat. Hier wird man quasi durch die letzten Kapitel nur so durchgepeitscht. Um warum haben eigentlich alle NPCs, sogar der kleine “Schwarze” diesen russischen Akzent? Stört mich jetzt nicht wirklich, wundert mich nur.

Steuerung und Gameplay

Metro Last Light ist seit langem ein Spiel, bei dem ich an den Grafikeinstellungen drehen musste, um es spielen zu können. Nach Ausschalten der PhysX hatte ich keine Probleme mehr. Ich habe auch nichts vermisst. Texturen, Feuer, Rauch … alles für mich zufriedenstellend.

Da mir leider eine Übersicht zur Controllersteuerung gefehlt hat, hatte ich am Anfang meine liebe Mühe mit der Bedienung meiner Ausrüstung. Besonders das mit der Taschenlampe und dem Ladegerät hat mich fast den letzten Nerv gekostet.
Ansonsten war die Steuerung einwandfrei. Hat man einer Waffe mal ein Zielfernrohr verpasst, waren die Feuergefechte auch kein Problem mehr.

Allerdings habe ich manchmal die Übersicht verloren, wo ich eigentlich hinlaufen musste. Das ist in Gegenden mit vielen Feinden etwas doof, weil man dann die Waffe wegstecken und den Kompass rauskramen muss. Das Feuerzeug zeigt zwar auch die Richtung, aber meist nicht so genau und manchmal zieht das Licht ungewollte Aufmerksamkeit auf sich.

Das Spiel ist, zumindest für mich, eine gute Mischung aus Horror-, Shooter- und Stealth-Game, wobei der Stealth-Anteil jetzt nicht besonders hoch war. Manchmal war auch einfach Wegrennen das Mittel der Wahl. Jedenfalls ist hier für jeden, der auf Action steht, etwas dabei. Wer allerdings einen reinen Shooter sucht, ist hier fehl am Platz. Die Kampfeinlagen waren allerdings nicht besonders abwechslungsreich und letztendlich ziemlich vorhersehbar. Hier ist den Entwicklern wohl die Phantasie etwas ausgegangen.

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Leider war das Spiel etwas kurz. Obwohl ich zwei Kapitel wiederholt habe und der arme Artjom oft genug bei Feindkontakt gestorben ist, war ich schon nach 19 Stunden durch (ich weiß, ich weiß, das ist für manchen immer noch schnarchlangsam). Das geht natürlich auch viel schneller, wenn man sich nicht das ganze Gequatsche der NPCs anhört.

Schade fand ich, dass ich jetzt immer noch nicht weiß, wie Artjom eigentlich aussieht. Ich habe immer nur seinen Schatten gesehen. Als ich dann endlich einen Spiegel gefunden habe, musste ich leider feststellen, dass Artjom wohl eine Art Vampir sein muss: Kein Spiegelbild zu sehen! Wie doof ist das denn!

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Atmosphäre und Soundtrack

Manch einer hätte sich von der Umsetzung wahrscheinlich mehr erwartet, da das Spiel mit der großartigen Umgebungsgrafik beworben wurde. Da ich aber eigentlich gar keine Erwartungen hatte, war ich doch beeindruckt.

Die Atmosphäre fand ich, wie ich schon in meinem Zwischenbericht geschrieben habe, einfach einmalig. Endzeitstimmung pur, ekelige Kreaturen, unwirtliche Gegenden, schummerige Schächte und Höhlen, seltsame Maschinen … alles mit Liebe zum Detail umgesetzt. Ich würde jetzt nur alles wiederholen, was ich schon geschrieben habe, also nur so viel: Top!!

Der Soundtrack und in den Schächten oder der Oberfläche die schaurigen Brülllaute der Mutanten (die dann komischerweise doch nicht in Erscheinung treten) beeindrucken allerdings nur am Anfang. Trotzdem war die akustische Untermalung den Spiel und der Stimmung angemessen.

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Fazit

Obwohl ich auf einige Ballereinlagen gerne verzichtet hätte, hat mich das Spiel doch irgendwie gefesselt. Trotz meiner anfänglichen Begeisterung, hier eine Mischung verschiedener Genres vor mir zu haben, hatte ich am Schluss das Gefühl, eigentlich keine Richtung perfekt gespielt zu haben (was ja auch nicht möglich ist, aber trotzdem …).
Ich werde das Spiel sicher noch einmal spielen und mir aber jetzt mehr Zeit nehmen um die Story wirklich zu verstehen und das “gute” Ende zu erreichen.

Meine Wertung

Story *****
Gameplay *****
Atmosphäre *****
Grafik *****

Ach ja, wer das gute Ende erreichen will, sollte folgende Tipps beherzigen (ich habe dazu etwas im Internet gewühlt, erklärt wird einem ja wieder mal nix):

  • Bettlern sollte man immer etwas Geld (in Form von Munition) geben
  • Keine Menschen und Mutanten in den Kapiteln Trennung, Einrichtung, Revolution und Brücke töten
  • Soldaten verschonen, die sich ergeben
  • Den Gesprächen der NPCs zuhören (auch Ansprachen und Theaterstücke) und ihren Anweisungen folgen
  • Musikinstrumente spielen
  • In bewohnten und wohlgesinnten Gebieten nichts klauen

Dann gibt’s natürlich noch jede Menge Einzelaktivitäten, die uns ein paar Moralpunkte verschaffen:

  • Frauen und Kinder im Kapitel Banditen retten
  • Der Kind in Venedig seinen Teddy wieder organisieren (drei Runden auf dem Schießstand gewinnen)
  • Befreit im Kapitel Pawel alle Mitgefangenen
  • und, und, und …

Ihr seht schon, es kommt immer darauf an, Leuten zu helfen.

 

1 Antwort

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  1. […] ich Metro 2033 und Metro Last Light gespielt und Metro 3035 als Hörbuch gehört habe, wartete ich schon gespannt auf einen neuen Teil. […]

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