Tropisches Flair, Reggaeklänge, blaues Meer, es hätte so schön sein können … Ubisoft entführt uns mit Far Cry 3 auf eine Insel, wie man sich ein Urlaubsparadies wünschen würde. Aber aus dem Paradies wird schnell die Hölle.

Far Cry 3 wurde ja schon 2012 veröffentlicht, aber irgendwie hat mich das Spiel damals nicht sonderlich angesprochen. Irgendwann habe ich es als Sonderangebot doch mal gekauft, es hat dann aber noch eine ganze Zeit gedauert, bis ich es mir vorgeköpft habe.

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Und was soll ich sagen, ich habe sofort mein sneaky Watch Dogs stehen und liegen gelassen und mich durch die tropische Landschaft geballert. Ich glaube, mich hat hier vor allem die gelungene Mischung aus Stealth und Shooter in den Bann gezogen. Gut, die Feuergefechte waren nicht immer mein Fall, aber durchaus machbar und mit Schleichen kommt man in diesem Spiel in vielen Fällen weiter als mit offensivem Vorgehen.

Story (8/10)

Unser Traumurlaub mit Freunden wandelt sich zu einem Horrortrip, denn unsere gesamte Gruppe wird gefangengenommen und verschleppt. Wir sollen offensichtlich als Sklaven verkauft werden, was jetzt nicht wirklich zu unserer Urlaubsplanung gehörte.

Unserem Protagonisten Jason Brody gelingt allerdings die Flucht und in der ersten Spielhälfte sind wir damit beschäftigt, unsere Freunde zu befreien. Wie wir erfahren, haben die Skalvenhändler die zwei Inseln, die uns als Schauplatz dienen, eingenommen und betreiben von hier aus weltweit ihre dunklen Geschäfte. Verbündete finden wir in den Rakyat, den eigentlichen Bewohnern der Inseln.

Bekifft und von der schönen Rakyat-Führerein Citra bezirzt lassen wir uns später davon überzeugen, dass irgendwie auch Rakyat-Blut in unseren Adern fließt und wir werden losgeschickt, die Inseln wieder zu befreien. Anscheinend hat uns die Sonne noch das letzte bisschen Hirn weggebrannt, denn schicken unsere Freunde alleine nach Hause fahren und stürzen uns heldenmütig in den Freiheitskampf.

Die Story nimmt aber dann einen etwas unerwarteten Verlauf und wir stehen am Ende vor einer schwerwiegenden Entscheidung …

Handlung (9/10)

Schleichen, Sammeln, Ballern, Jagen … alles in Ego-Perspektive und mit viel Dynamik. Da das Spiel einen großen RPG-Anteil hat, sind wir gezwungen Erfahrungspunkte zu sammeln um damit bestimmte Fähigkeiten freizuschalten um einigermaßen voranzukommen. Je nach persönlichen Vorlieben kann man Jason dann entsprechend ausstatten. Ich habe mich hier vor allem auf die „Schleicheigenschaften“ konzentriert, hatte am Schluss aber noch so viele Punkte (19!) übrig, dass ich auch ein paar Eigenschaften aufgelevelt habe, die ich eigentlich nicht gebraucht hätte. Und wie immer gibt es für Kopfschüsse Extrapunkte :-)

Durch das Abschalten von Funktürmen decken wir die Karte Stück für Stück auf und durch das Befreien von Außenposten werden Gebiete zurückerobert. Eine typische Vorgehensweise, die sich auch in anderen Ubisoft-Spielen wiederfindet. Nichts wirklich Neues, macht aber trotzdem riesigen Spaß. Dabei bleibt uns mal wieder selbst überlassen, wie man hier vorgehen möchte.

Viele Nebenaufgaben habe ich nicht erledigt, aber wer möchte kann sich hier mit Pokerspielen, Übergabeaufgaben, Jagdherausforderungen etc. unendlich lang die Zeit vertreiben.

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Atmosphäre (10/10)

Hier gibt es von mir eindeutig 10 Punkte. Die tropische Umgebung mit Meer, Flüssen und Bergen ist einfach gelungen. Dazu gibt es nicht viel mehr zu sagen.

Grafik (7/10)

Bin mir jetzt nicht sicher, ob das an meinen Einstellungen lag, aber manches hat doch aus der Nähe betrachtet nicht wirklich schöne grafische Details aufweisen können. Die phantasiereiche Ausstattung der tropischen Umgebung hat das aber teilweise wieder ausgeglichen.

Sound (10/10)

Auch hier gibt’s die volle Punktzahl von mir. Reggae aus dem Autoradio, nervenzerfetzende Untermalung in Kampfsituationen, Tierlaute, Wasserrauschen, hier bleibt kein Wunsch offen.

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Einstellmöglichkeiten und Bedienung (9/10)

Das Spiel lässt sich mit dem Controller oder mit Maus und Tastatur spielen. Ich habe mit dem Controller gespielt und hatte damit auch in hektischen Feuergefechten kaum ein Problem.
Allerdings war die Steuerung der unterschiedlichen Fahrzeuge gewöhnungsbedürftig und hat mich sehr an Watch Dogs erinnert.

Gespeichert wird während der Missionen automatisch und einigermaßen fair. Außerhalb der Missionen kann manuell gespeichert werden, hierbei aber nur Fähigkeiten, Beuterucksack, Geld etc. und nicht der aktuelle Standort. Im Falle eines Falles wird man dann an einem Spawnpunkt in der Nähe abgesetzt.

Die Menüs und die Karte sind übersichtlich gestaltet und die Navigation darin kein Problem.

Spielumfang (10/10)

Bei Open World Spielen habe ich immer die Befürchtung, mit Aufgaben und Missionen nur so zugeballert zu werden, dass mir irgendwann die Luft wegbleibt und ich nur unter Mühen auf allen Vieren noch das Ende des Spiels erreiche.

Dieses Gefühl hatte ich hier allerdings nie. Das lag vielleicht auch daran, dass ich gleich schon mit dem Ziel eingestiegen mit, NICHT alles zu sammeln und NICHT jede Nebenmission anzunehmen. Ich habe mich im Wesentlichen auf die Hauptmission, die Außenposten und die Funktürme konzentriert. Das hat dann schon mal Druck weggenommen und für mich persönlich den Spielspaß wesentlich erhöht. So etwas muss aber jeder nach seinem persönlichen Geschmack entscheiden.

Obwohl ich gefühlt viel länger unterwegs war, habe ich für die Hauptstory lt. Statistik nur knapp 22 Stunden gebraucht aber dabei (nur) 48% Gesamterfüllung erreicht. Wenn man alles auf 100% bringen möchte, ist man wahrscheinlich gut doppelt so lang unterwegs.

Leveldesign (8/10)

Gut, das Befreien der Außenposten und Erklettern der Funktürme hat sich letztendlich doch immer irgendwie ähnlich angefühlt, aber die Hauptmissionen waren wirklich abwechslungsreich gemacht. Viele Schleichpassagen mit Erkundungen, knallharte Action, Tempelruinen, stillgelegte Minen, unterirdische Häfen, jede einzelne Mission hat mich immer wieder mit neuen Details überrascht.

Sonstiges (8/10)

Wie in jedem RPG-Spiel hatte ich am Anfang das Gefühl: das merke ich mir nie … Spritzen und anderen Kram herstellen, Waffen und Munition kaufen, Krempel verkaufen, Fähigkeiten aufleveln, Zeug sammeln, Tiere jagen … OMG … …
Das war aber hier irgendwie kein Problem. Andere RPGs waren für mich wesentlich schlechter strukturiert und ich habe aus diesem Grund auch schon einige abgebrochen.

Ein Pünktchen Abzug gibt es auch noch für die vielen QTEs. Die hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

Meine Lieblingswaffen habe ich weitestgehend bis zum Ende des Spiels beibehalten. Das Sturmgewehr SG-90 habe ich allerdings gegen ein MS16 eingetauscht und das mit Schalldämpfer und optischen Visier ausgestattet. Die Zielgenauigkeit war hier doch um einiges besser.
Ich denke, bei dieser riesigen Auswahl an Waffen findet jeder das passende Stück.

Und bevor ich es vergesse: Die Sonnenuntergänge sollte man sich nicht entgehen lassen.

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KI der Gegner (8/10)

Okaaay, die waren jetzt nicht immer die hellsten Kerzen auf der Torte und es war meist kein Problem sich zur Wehr zu setzen, auch wenn man schon entdeckt worden war. Nur die gepanzerten Gegner mit Flammenwerfern waren richtig ekelig. Da hat es aber oft geholfen, sich hinter eine Ecke zu verstecken, zu warten bis der Typ vorbeiläuft und ihn dann mit einem beherzten Takedown auszuschalten.

 

Mein Fazit: 87 von 100 Punkten

Ein typischen Ubisoft Spiel mit cooler Athmosphäre, das ich allen Stealth-Fans ans Herz legen kann, die auch vor Schooter-Einlagen nicht zurückschrecken.

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