In ekeligen U-Bahn-Schächten rumkriechen, gegen üble Monster antreten und gefährliche Dämpfe einatmen, in radioaktiv verseuchtes Wasser fallen und sich heiße Feuergefechte mit hinterhältigen Gegnern liefern … wer das mag, sollte Metro 2033 mal ausprobieren.

Ich hatte das Spiel ja schon lange installiert, aber lange gebraucht, bis ich mal Lust hatte es zu spielen. Vielleicht auch deswegen, weil ich Metro Last Light erst vor ein paar Wochen mehrfach durchgespielt habe und mir erst Erholung gönnen wollte.

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Story (8/10)

Die Story basiert auf dem Roman Metro 2033 von Dmitri Glukhovski. Nach einem Atomkrieg haben sich die letzten Überlebenden Moskaus in den Untergrund gerettet und leben nun in den teils zerstörten U-Bahn-Schächten der Moskauer Metro.

Die Oberfläche ist unbewohnbar geworden, teils immer noch radioaktiv verseucht und kann nur mit einer Gasmaske betreten werden. Hier lauern mutierte Monster und auch „die Schwarzen“, offenbar die größte Bedrohung für das verbliebene Häuflein der Menschheit.

Die einzelnen Stationen der Metro sind von unterschiedlichen Gruppierungen besetzt worden, die teilweise immer noch erbitterte Kriege gegeneinander führen.

Durch die Wirren der verschiedenen Konflikte kämpft sich unser Hauptprotagonist Artjom von Station zu Station um eine wichtige Nachricht an eine Person namens Miller zu überbringen.

Handlung (9/10)

Wir bewegen uns ganz in Ego-Shooter-Manier durch das Spiel, sammeln Waffen und Munition und kämpfen uns von einer Station zur anderen. Mir gefällt dabei die Mischung aus Shooter, Survival-Horror und Stealth. Hier kann sich jeder seine eigene Vorgehensweise ausarbeiten.
Ganz ohne Geballer kommt man allerdings nicht durch das Spiel, zumal man z.B. ein Nachtsichtgerät nur von erledigten Gegnern erbeuten kann.

Der Spielverlauf ist ziemlich linear, doch es bleibt immer noch Raum für eigene Erkundungen. Diese sind auch notwendig, will man an Munition, neue Waffen und Gasmaskenfilter kommen. Munition ist zwar nicht unbedingt Mangelware, wo es möglich ist, sollte man aber vielleicht doch eher an Gegnern vorbeischleichen bevor man sich in unnötige Gefechte verwickeln lässt.

Obwohl ich mich zu 90% in den U-Bahn-Schächten und Stationen bewegt habe, war es eigentlich nie langweilig. Ich hätte mir trotzdem ein paar mehr bewohnte Stationen gewünscht, in denen man sich umschauen kann. Das fand ich in Metro Last Light besser gemacht.

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Je nach Vorgehensweise erreicht man auch verschiedene Enden. Ich habe natürlich wieder das „schlechte“ Ende erwischt. Eine gute Motivation, das Spiel noch einmal zu spielen.

Atmosphäre (10/10)

Das Spiel schafft es wirklich mit subtilen Mitteln immer ein Gefühl der Unsicherheit zu erzeugen. Die Umgebung ist meist etwas unübersichtlich und hinter jeder Ecke können irgendwelche Feinde lauern. Oft genug bin ich auch gestorben, weil ich viel zu spät erkannt habe, aus welcher Ecke mich jetzt wieder irgendwelche Monster angesprungen haben.

Man läuft also immer mit einer gewissen Anspannung durch die verschiedenen Gebiete und fühlt sich nie wirklich sicher.

Die gesamte Stimmung wird von seltsamen Geräuschen und meist schummeriger bis gar keiner Beleuchtung auch noch verstärkt. Dass wir zwar mit einer Taschenlampe ausgerüstet sind trägt auch nicht wirklich zur Beruhigung bei, da diese nur eine begrenzte Reichweite hat.

Die postapokalyptische Atmosphäre wird für mich wirklich gut umgesetzt und bekommt von mir dafür die volle Punktzahl.

Grafik (8/10)

An der Grafik gab’s nicht auszusetzen. Obwohl das Spiel nicht mehr ganz frisch ist, kann es durchaus mit den heutigen Spielen mithalten.

Explosionseffekte, Feuer, Beleuchtung und Texturen, alles gut gemacht und stimmig.

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Sound (8/10)

Musik war in Metro 2033 selten zu hören und diese war meist sehr melancholisch. Dafür gab es stetig wechselnde Geräuschkulissen wie tropfendes Wasser, entferntes oder erschreckend nahes Brüllen und immer wieder Artjoms keuchender Atem unter der Gasmaske. Metro 2033 kommt deshalb gut ohne Hintergrundmusik aus und lässt uns auch so leichte Schauer über den Rücken laufen.

Die Unterhaltungen der NPCs waren bei weitem nicht so eintönig wie bei Metro Last Light. Es hat teilweise viel Spaß gemacht, den Gesprächen, die mit vielen humorvollen Frotzeleien gespickt waren, zu lauschen.

Einstellmöglichkeiten und Bedienung (8/10)

Eingestellt habe ich außer der Sprache nichts. Das Spiel kann komplett auf Deutsch (mit dem obligatorischen russischen Akzent) gespielt werden.

Die Grafik- und Soundeinstellungen habe ich auf den Standardwerten gelassen.

Speichern geht wieder mal nur automatisch und bei machen Sequenzen lagen mir die Speicherpunkte etwas weit auseinander. Das war teilweise etwas frustrierend, auch wenn man dann Dialogen immer und immer wieder zuhören musste, ohne diese abbrechen zu können. An anderen Stellen wurde nach jeder zweiten Ecke gespeichert, ohne dass irgendetwas passiert ist.

Die Steuerung war ok, bis auf das Springen/Klettern. Bei höheren Hindernissen musste ich teilweise 5 bis 6mal teilweise mit Anlauf hochspringen, bis ich endlich oben war. Ich konnte deshalb oft nicht erkennen, ob ich manchmal grundsätzlich irgendwo nicht hochkomme, oder ob es an der hakeligen Steuerung liegt. Auch das geduckte Kriechen durch niedrige Durchgänge funktioniert nicht immer einwandfrei.

Spielumfang (7/10)

Ich habe ca. 13 Stunden für das Spiel gebraucht, gute Shooter-Spieler können das sicher schneller. D.h. die Spieldauer ist jetzt nicht wirklich lang. Das liegt wohl auch daran, dass es keine Nebenmissionen gibt (oder ich habe alle übersehen …).

Viel von der Zeit geht für das Suchen der günstigsten Wege durch ein Gebiet drauf. Wenn ich das Spiel also nochmal spiele, bin ich sicher gut unter 10 Stunden durch und dann hätten es doch ein bis zwei Kapitel mehr sein dürfen.

Leveldesign (9/10)

Hier gab’s wirklich nichts zu Meckern. U-Bahn-Schächte, zerfallene Gebäude, wilde Landschaften an der Oberfläche, unterschiedlich gestaltete Stationen und alles gespickt mit unterschiedlichsten Gegnern, die auf verschiedene Arten ausgeschaltet werden müssen, bieten jede Menge Abwechslung und Spaß.

Auch Gebiete, die man nur kurz durchläuft, sind detailreich gestaltet und es wiederholt sich kaum etwas.

Manche Wege waren auch nicht einfach zu finden, was aber einen besonderen Reiz ausgemacht hat. Zwar führt uns unser Kompass gut durch die Kapitel, aber oft hat man definitiv keine Zeit draufzuschauen und schon hat man sich wieder verlaufen. Zum Trost finden sich dann meist abseits vom Weg brauchbare Ausrüstungsgegenstände.

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Sonstiges (7/10)

Obwohl grafisch sehr gut gemacht, haben die Bewegungen der NPCs doch manchmal recht hölzern gewirkt. Während sie zum Teil gewartet haben, dass ich irgendwelche Aktionen ausführe, sind sie sogar manchmal „eingefroren“. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass Spiel wäre abgestürzt, aber man lernt ja dazu.

Was mir irgendwie gefehlt hat, war vorab eine Übersicht, welche Waffe, welche Munition benötigt. Das bekommt man zwar im Laufe des Spiels mit, aber am Anfang habe ich mir schwer getan, zu entscheiden, welche Munition ich verkaufen kann und welche nicht.

Die meisten Cutscenes ließen sich problemlos abbrechen, andere aber wieder nicht. Das war teilweise sehr ärgerlich und nervig, wenn ich eine Passage mehrfach wiederholen musste.

KI der Gegner (7/10)

Die KI der Gegner ist meist nicht sehr berauschend und sehr vorhersehbar. In Bedrängnis kommt man meist nur, durch die Menge der Angreifer. Dann muss man allerdings schon ein sicheres Händchen haben, um sich erfolgreich zur Wehr zu setzen.

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Mein Fazit: 81 von 100 Punkten

Obwohl ich nicht gerade ein Fan von Ego-Shootern bin, war ich von Metro 2033 doch gefesselt. Das liegt vielleicht an der gelungenen Mischung von Horror, Action, Schleichen und eben auch Geballer.

Obwohl der Aufbau ziemlich linear war, wurde es trotzdem nie langweilig. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten und man merkt irgendwie, dass die Entwickler viel Spaß bei der Erstellung der Level und der verschiedenen Figuren hatten.

Einziges Manko: Für meinen Geschmack war es etwas kurz.

3 Kommentare

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] ich Metro 2033 und Metro Last Light gespielt und Metro 3035 als Hörbuch gehört habe, wartete ich schon gespannt […]

  2. […] Metro 2033 und Metro Last Light haben mich vor einigen Jahren ja schon in den Bann gezogen. Die außergewöhnliche Spielumgebung und die Möglichkeit das Spiel sowohl Shooter- oder auch im Stealth-Mode zu zocken, hat mich damals fasziniert. Offensichtlich hat 4A Games hier auch auf die Spieler gehört, denn mit Metro Redux wurde diese Wahlfreiheit in den beiden Teilen noch einmal überarbeitet und verbessert. Nun war es lange Zeit ruhig um dieses Franchise, doch dann wurde auf der E3 ein neuer Teil angekündigt. Metro Exodus heißt das gute Stück, das mich im nächsten Jahr auf die Oberfläche und in die russische Wildnis entführen wird. […]

  3. […] habe sowohl Metro 2033 als auch Metro: Last Light gespielt und wollte jetzt gerne sehen, was sich denn da verbessert hat. […]

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