Bei Gamasutra konnte man dieser Tage in einem kleinen Artikel lesen, dass die Hardwarekäufe in den GameStop-Läden im letzten Quartal stark zurückgegangen sind. Nahezu 30% soll der Umsatz hier eingebrochen sein und es wurden auch bereits einige GameStop-Filialen geschlossen. Zuerst dachte ich bei „Hardware“ an Controller, Konsolen oder dergleichen, aber hier sind wohl auch Spiele als Boxversion gemeint, also physikalische Medien. Da ich als frischgebackene Besitzerin einer PS4 jetzt auch ab und zu einen Blick in die GameStop-Läden werfen werde, haben mich die Hintergründe interessiert. Denn gerade für die Konsolenbesitzer sind die Boxversionen doch interessant, denn sie lassen sich später wieder verkaufen (wenn man nicht notorischer Sammler ist) und man selbst kann so ebenfalls gebrauchte Spiele günstig erwerben.

GameStop

GameStop begründet den Einbruch vor allem mit dem Fehlen großer Releases. Gerade Läden, die sich hauptsächlich auf den Verkauf aktueller Titel stützen, sind sehr von diesen Releases und den dazugehörigen Marketingaktionen der Hersteller abhängig. In flauen Zeiten muss man dann eben andere Wege suchen, um seinen Umsatz hoch zu halten. GameStop erweitert deshalb derzeit fleißig sein Angebot um Merchandises und kann in diesem Bereich einen starken Umsatzanstieg verzeichnen. In den Läden wird deshalb kräftig umgeräumt, um Platz für Kleidung, Figürchen und jede Menge Kleinkram und Gadgets zu schaffen. Dass GameStop es damit erst meint, zeigt der Kauf von ThinkGeek im letzen Jahr. Ich selbst habe auch schon diverse Male zu kleinen Figuren oder T-Shirts gegriffen und musste erstaunt feststellen, dass sich gerade für Figuren ein riesiger Sammlermarkt entwickelt. Seltene bzw. ausverkaufte Stücke erzielen mittlerweile aberwitzige Preise. Eine Figur aus Assassins Creed III, die ich mir damals für ca. 30 Euro gekauft habe, wird mittlerweile für über 100 Euro gehandelt. Vielleicht hätte ich mir als Wertanlage gleich mehrere kaufen sollen. Ich denke, hier hat GameStop die richtige Entscheidung getroffen. Wahrscheinlich werde ich demnächst dann auch gut gefüllte Tüten aus dem Shop schleppen.

Trotz der derzeitigen Einbrüche sind die Vertreter von GamesStop aber optimistisch und bauen auf den Trend bei Virtual Reality und Nintendo NX und die damit verbundenen zukünftigen Verkaufschancen.

Der neue Spiele-Hit Overwatch wurde in den Umsatzzahlen für das erste Quartal übrigens noch nicht berücksichtigt, aber die Entscheidung von Activision, die Boxversion einige Zeit vor einer Downloadversion bereitzustellen, hat wohl geholfen, GameStop wieder eine kleine Finanzspritze zu verabreichen.

Ich werde wohl in Zukunft auch immer mal wieder einen Blick in einen GameStop-Laden werfen, denn gerade einige ältere gebrauchte Spiele für die PS4 werde ich mir sicher noch zulegen. Gerade hat The Last of Us zum Beispiel den Weg in mein Spieleregal gefunden.

3 Kommentare
  1. Massimo C. sagte:

    Ich war sehr begeistert, als ich erfahren habe, dass ein Gamestop in unserer kleinen Stadt aufmacht. Kaum war er offen bin ich sofort hingepilgert. War leider enttäuscht. Die Preise! Da zahlt man für ein gebrauchtes Spiel mehr als das selbe neu bei Amazon. Und es war kein Einzelfall. Ich habe dann aufgehört hinzugehen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass viele wie ich denken. Mich wundert der Umsatzrückgang nicht wirklich.

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    • Minkitink
      Minkitink sagte:

      Stimmt. Ganz billig ist GameStop nicht. Ich habe da aber auch schon Schnäppchen erwischt. Ich denke, man muss sich über die Preise vorher informieren. Ich schau da auch nur sporadisch rein.

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    • NeoTheThird sagte:

      Stimmt, ich gehe auch nur noch sehr selten zum Gamestop. Außerdem habe
      ich mit gebrauchten Spielen vom Gamestop schlechte Erfahrung gemacht.
      Eigentlich schade. Lokaler Einzelhandel ist sehr unterstützenswert und
      das Spiel-Im-Laden-Aussuchen-Gefühl ist auch einzigartig, aber mit den
      Preisen im Steam-Sale und Humblebundle können Datenträger ohnehin selten
      mithalten.

      Ich glaube, Gamestop sollte versuchen umzudenken und
      mehr auf Merch und Collectorseditionen setzen. Das sind eher Sachen, die
      die meißten Leute wahrscheinlich gerne im Laden kaufen würden, aber
      gerade in kleinen Städten gibt es solche Nerd-Läden nicht. Gamestop
      könnte diese Lücke füllen.

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