Zu Call of Duty: Ghosts hatte ich bisher keine eigene Meinung. Wenn ich mir die Berichte aber so angesehen habe, scheiden sich aber wohl bei diesem Spiel die Geister. Manche würden das Spiel nicht einmal mit der Beißzange anfassen, andere sind bekennende Fans und dann gibt es wohl noch eine hohe Dunkelziffer an Spielern, die nie zugeben würden, irgendeinen Teil von Call of Duty je gespielt zu haben. Ich wollte mir deshalb selbst einmal ein Bild machen, nur war mir das Spiel ehrlich gesagt immer viel zu teuer.

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Dann habe ich aber vor ein paar Tagen bei einem Steam-Sale zugeschlagen. Und kurz darauf bin ich also fröhlich durch die zu meiner Überraschung grafisch recht ansprechenden Levels der Singleplayer-Kampagne gehüpft.  Dann spielten sich aber dramatische Szenen wie folgende ab:

Ich sitze irgendwo im Niemandsland im tiefen Gras. Um mich herum laufen mir definitiv nicht wohlgesinnte Soldaten.
CoD: „Lass sie vorbeigehen. Nicht angreifen! Begib dich zum Sammelpunkt!“
Ich: „Bin schon unterwegs.“
CoD: „Der Sammelpunkt ist im Süden.“
Ich: „Aha.“
Ich robbe los … Richtung Süden …
CoD: „Der Sammelpunkt ist südlich.“
Ich: „Jaha!“
CoD: „Gehe nach Süden.“
Ich: „Mach‘ ich doch. Ich bin ja nicht blöd.“
CoD: „Der Sammelpunkt liegt im Süden. Ich habe ihn für dich markiert.“
Ich: „Ey, ich tret‘ dir gleich ins Kreuz!“
CoD: „Gehe nach Süden. Da ist der Sammelpunkt.“
Ich schleiche jetzt nicht mehr, ich renne. Mir doch egal, ob ich dabei eine gute Zielscheibe abgebe, ich will nur diesen verkackten Sammelpunkt erreichen …

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Szenenwechsel. Ich liege mit einem Sniper Rifle auf einer Anhöhe.

CoD: „Zuerst den da links neben dem Funkturm ausschalten.“
Ich überlege. Welcher Funkturm? Ich ziele einfach mal.
CoD: „Nein. Den da links neben dem Turm.“
Öhm, wie jetzt? Ich ziele auf einen anderen.
CoD: „Nein, links.“
Weiter links sehe ich aber niemanden mehr und ich drücke ab. Eine wilde Schießerei beginnt und meine Mitstreiter meinen nur trocken: „Das hätte man aber auch unauffälliger machen können.“

Ihr seht schon, hier ist wieder der Könner unterwegs …

Call of Duty: Ghosts hat mich in mehrfacher Hinsicht überrascht . Einerseits fand ich wirklich Gefallen daran, in einer wahnwitzigen Geschwindigkeit durch die Level zu hetzen und alles umzunieten, was auch nur die Nase um die Ecke streckt. Andererseits musste ich mal keiner tiefgründigen Story folgen, was ich hier aber gar nicht so vermisst habe. Sich einfach mal aufführen wie die wilde Sau („Friss mein Blei, du Ratte!“) kann auch viel Spaß machen.

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Aber ich hatte ziemlich oft das mulmige Gefühl, wie ein Depp dazustehen und nicht zu wissen, was ich eigentlich tun soll. Teilweise wurde mir fast jeder popelige Tastendruck eingeblendet, damit ich easypeasy vorankomme. Wenn aber dann wirklich etwas Wichtiges zu tun war, stand ich hilflos um mich schauend in der Gegend herum und war erst mal wild am Experimentieren. Ein kleiner Hinweis nach dem Motto „Lege mal ein paar Minen, damit wir hier ruhig arbeiten können.“ wäre manchmal hilfreich gewesen. Letztendlich bekomme ich das alles auch ohne schlaue Tipps hin, nur die Unausgeglichenheit der Zielführung fand ich manchmal doch etwas irritierend.

Ich habe mich aber zu meiner eigenen Verwunderung auch so ganz gut durch das konfuse Geschehen von Call of Duty: Ghosts geschlagen. Allerdings hatte ich es wieder mal nicht so mit den Granaten. Zu langsam beim Wegrennen … zu langsam beim Zurückwerfen … ok, das ist nichts Neues, das kenne ich auch aus anderen Spielen. Wenigstens konnte ich mich hier nicht mit meiner eigenen Granate sprengen. Das wäre mir sonst sicher mehrfach passiert, denn das ist sozusagen eine meiner Kernkompetenzen!

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Mit unterschiedlichsten Waffen die Gegner ausschalten, Panzer fahren, irgendwelche Flugdrohnen steuern, aus einen Hubschrauber schießen und sogar Unterwasser und im All um mich ballern: Call of Duty: Ghosts lässt keine Shooter-Wünsche offen. Ich war ständig dabei alle möglichen Waffen auszuprobieren, die ich unterwegs gefunden habe. Allerdings war das Spiel dann schneller zu Ende als die Suche nach meinem Lieblingsstück.

Call of Duty: Ghosts erzählt keine lange, tiefgreifende Geschichte. Kurz und knackig kämpfe ich mich von einem Feuergefecht ins andere. Da ist es auch nicht weiter schlimm, das das gesamte Gameplay nur ca. 4 bis 5 Stunden dauert. Danach war mein Shooter-Bedarf dann erst einmal gedeckt. Ich denke aber, dass  Call of Duty: Ghosts seine wahre Größe auch nicht in der Singleplayer-Kampagne zeigt. Das heißt für mich, dass ich irgendwann das Experiment weiterführen und mich dem Multiplayer stellen muss. Und das werde ich wahrscheinlich ziemlich verbocken. Aber man wächst ja an seinen Herausforderungen.

2 Kommentare
  1. Avatar
    Eisen Po sagte:

    Netter Bericht und gut geschrieben. Schade das der SP bei dir nicht so angekommen ist, da eigentlich CoD immer für eine Gute SP Kampagne steht.

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    • Avatar
      Minkitink sagte:

      Es ist nicht so, dass mir die SP-Kampagne nicht gefallen hat, ich bin nur immer mit so hektischen Shooter-Einlagen etwas überfordert. Werde die Kampagne aber sicher noch einmal spielen :)

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