Längere Adventures auf dem Smartphone oder Tablet spiele ich nur im Urlaub und auch da nur, wenn ich gerade keine Lust zum Lesen habe. Zu diesem Zweck habe ich mir vor längerer Zeit einmal Amerzone gekauft und in einem Urlaub etwa bis zur Hälfte durchgespielt. Angespielt lag es dann ziemlich lange herum, aber jetzt habe ich es mir wieder mal vorgenommen und beendet.

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Amerzone ist ein Point-and-Click-Adventure des französischen Computerspielentwicklers Microïds. Wir treffen am Angang des Spiels auf den Forscher Alexandre Valembois, der uns von einer Expedition nach Amerzone berichtet, die er vor langer Zeit durchgeführt hat, um die dort lebenden weißen Vögel zu erforschen, die im Flug geboren werden und niemals landen. Bei dieser Expedition hatte er ein Ei dieser Vögel an sich genommen, aber jetzt plagen ihn Schuldgefühle und er bittet uns kurz vor seinem Tod, nach Amerzone zu reisen um das geheimnisvolles Ei dorthin zurückzubringen. Leider erfahren wir nichts zu unserer Spielfigur, außer dass es sich im einen Journalisten handelt, was etwas schade ist.

Auf unserem Weg in das ferne Land bereisen wir nun unterschiedlichste Gebiete und lösen dort mehr oder weniger knifflige Rätsel. Das Spiel ist in 8 Kapitel unterteilt, die jeweils in einer anderen Gegend spielen und jedes Kapitel hat seinen eigenen Charme. Man sieht, dass das Spiel mit viel Liebe zu Detail entworfen wurde und ich fühlte mich ein wenig an Myst oder Riven erinnert.

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Vor der Grafik war ich allerdings etwas enttäuscht. Teilweise war die Darstellung zwar sehr detailreich, aber die Texturen waren oft verwaschen, was mir besonders auf dem Tablet negativ aufgefallen ist. Das Spiel ist aber auch schon etwas älter, deshalb muss wohl man in dieser Hinsicht Abstriche machen. Trotzdem macht es Spaß, sich in den verschiedenen Gebieten umzusehen, und beispielsweise die sonderbaren Tiere zu beobachten.

Die Steuerung ist denkbar einfach. Durch Tippen auf kleine grüne Pfeile bewegt man sich vorwärts, durch Wischen über den Bildschirm, ändert man die Blickrichtung. Somit können wir uns an jedem Standort um die eigene Achse drehen und die Umgebung untersuchen.

Der Soundtrack war meist schön atmosphärisch, teilweise aber auch eintönig und nervig wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Gegenstand einen Level mehrfach ablaufen musste. Und hier kommt auch schon mein größter Kritikpunkt an diesem Spiel. Die Steuerung und Anzeige wie und wann man Gegenstände aufnehmen oder irgendwelche Aktionen durchführen kann, war nicht einheitlich gelöst. Manchmal bekam man ein Zahnrad angezeigt, an anderen Stellen aber nicht und musste hier raten, dass eine Interaktion überhaupt möglich ist. Das war teilweise sehr ärgerlich. Ursprünglich wurde das Spiel 1999 für den PC veröffentlicht und ich kann nur vermuten, dass vielleicht bei der Umsetzung für Smartphones und Tablets einiges auf der Strecke geblieben ist.

Einstellmöglichkeiten gibt es kaum, man braucht aber auch nichts. Eine seltsame Option ist allerdings, nicht mit einem Fingerwischen hin- und herzuschauen, sondern durch Drehen und Kippen der Geräts. Das artet schon fast in Turnübungen aus und ich frage mich, wer so etwas verwendet.

Um das Spiel durchzuspielen braucht man ca. mit 6 bis 7 Stunden und trotz der paar Unzulänglichkeiten ist Amerzone ein liebevoll gemachtes Spiel, das ich Adventure-Fans auf jeden Fall empfehlen kann.

Amerzone gibt es erfreulicherweise für iOS und Android und ist für knapp 3 Euro zu haben.

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