The Evil Within – Endlich stelle ich mich dem Horror

Gepostet am 28. Januar 2017, 0 Kommentare

Im Moment sind ja alle dabei, sich durch Resident Evil VII zu gruseln, aber ich konnte mich nicht dazu aufraffen, dieses Spiel am Day 1 zu kaufen. Für Dishonored 2 muss ich noch ein paar Dinge fertig machen und dann stehen im Februar auch bereits wieder ein paar Spiele an, die für mich einfach höhere Prio haben.

Deshalb habe ich mir jetzt ein Horror-Spiel vorgenommen, dass ich vor langer Zeit einmal angespielt, dann aber doch zur Seite gelegt hatte. The Evil Within habe ich jetzt noch einmal ganz von vorne angefangen.

Ich spiele hier Detektiv Sebastian Castellanos, der zu einem Tatort gerufen wird. In einem Krankenhaus türmen sich zerfetzte Leichen, alles ist blutverschmiert und Zeugen gibt es offensichtlich keine. Kaum hat er mit seinen Kollegen begonnen, das grauenvolle Szenario genauer zu untersuchen, werden diese regelrecht abgeschlachtet und er selbst wird niedergeschlagen. Kurz darauf findet er sich in einer bizarren Welt wieder, die von ekeligen und gefährlichen Kreaturen nur so wimmelt. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

The Evil Within

Im Nachhinein kann ich nicht mehr sagen, warum ich damals nicht mehr weitergespielt habe. Jedenfalls macht das Spiel unheimlichen Spaß, im wahrsten Sinn des Wortes. Die Fantasie, mit der sie gegnerischen Kreaturen entworfen wurden, ist auf jeden Fall bewundernswert. Schade nur, dass man die eigentlich nicht in Ruhe ansehen kann, denn wer hier zu lange wartet, der hat gleich ins Gras gebissen.

Im Schleichmodus sich an die entarteten Gegner heranpirschen und sie unauffällig mit einem Messer niedermetzeln ist hier oft die bessere Wahl, als der Einsatz einer Feuerwaffe. Erstens ist Munition in The Evil Within ein knappes Gut und zweitens alarmiert man so keine weiteren unangenehmen Zeitgenossen. Denn obwohl manche Gestalten ziemlich plump aussehen, bewegen sie sich doch teilweise ziemlich hurtig. Da unser Protagonist offensichtlich seine Fitnessstunden regelmäßig versäumt hat, geht ihm bei Verfolgungsjagden bereits nach wenigen Sekunden die Puste aus. Trotzdem in das Davonlaufen auch oft ein Mittel der Wahl.

The Evil Within ist kein Survival Horror, dazu wird hier viel zu viel Action geboten. Nach meinem Geschmack etwas zu viel. Zwar kann ich mich vor meinen Gegnern auch in Schränken oder unter Betten mehr oder weniger gut verstecken, aber trotzdem habe ich nach kürzester Zeit jede Menge Waffen dabei, die ich auch eifrig einsetze. Die begrenzte Munition hinterlässt aber trotz des wachsenden Waffenarsenals immer ein mulmiges Gefühl.

The Evil Within

Da ich es ja irgendwie mit lebenden Toten zu tun habe, ist es gar nicht so leicht, diese auszuschalten, ohne dass sie später eventuell wieder auferstehen. Da hilft nur das Verbrennen, aber auch hier ist mein Vorrat an Streichhölzern immer sehr überschaubar.

Wunderbar finde ich übrigens auch die verschiedenen Umgebungen. Hier stapfe ich durch einen düsteren Wald, dort durchsuche ich verfallene Hütten nach etwas Brauchbarem oder ich lande mal wieder in einem Kranken- oder Irrenhaus, wahrscheinlich um dem Horrorspiel-Klischee gerecht zu werden. Die wechselnden Umgebungen stellen jedenfalls verschiedene Ansprüche, was sich angenehm von den sonst in Horrorspielen gebotenen Settings abhebt.

Die Grafik ist detailreich dann aber teilweise wieder etwas schwurbelig, aber viel Zeit zum Bewundern der Umgebung bleibt einem ja sowieso nicht. Außerdem unterstreicht das nur die unheimliche und bedrohliche Atmosphäre.

The Evil Within ist bis jetzt für mich ein gelungenes Action-Horror-Spiel mit genügend WTF-Momenten. Jump-Scares werden klug eingesetzt, obwohl sie nicht unbedingt nötig sind, um die bedrohliche und gruselige Stimmung aufrecht zu erhalten. Das Spiel bietet optisch alles, um sich ständig unwohl zu fühlen.

The Evil Within

Einzig die Steuerung ist allerdings nicht wirklich mein Freund. Wie oft bin ich schon gestorben, weil meine Spielfigur einfach nicht das machen wollte, was ich vorhatte. In die falsche Richtung zuschlagen, einfach nicht aus dem Fester klettern wollen oder die falsche Waffe ziehen (gut, da bin ich selbst schuld), waren da noch die kleinsten Übel. Einerseits kann zum Beispiel locker über Zäune geflankt werden, andererseits stellt ein kleinerer Bretterhaufen ein unüberwindliches Hindernis dar. So ganz komme ich damit nicht klar.

Ich habe jetzt etwas ein Drittel des Spiels hinter mir, habe jede Menge unglaublich ekeliger Gestalten getroffen, gefühlt hunderte von Hektolitern Blut durchwatet und einiges angezündet. Ich habe allerdings den dumpfen Verdacht, dass alles noch weiter eskaliert und ich noch auf viel grauenvollere Gegner stoßen werde …

Nun gut, dann wechsle ich jetzt mal die Unterhose und weiter geht`s.